Holzhau: Windkraftanlagen bedrohen sanften Tourismus
Holzhau im Osterzgebirge hat sich dem den “sanften” Tourismus verschrieben. Tourismus prägt die Region und ist der Wirtschaftsfaktor Nummer eins. Jetzt droht massive Bedrohung durch den Bau von 45 Windkraftanlagen auf der tschechischen Seite des Erzgebirgskamms. Massive Proteste sollen jetzt den wirtschaftlichen Kollaps verhindern.
Sanfter Tourismus im Osterzgebirge ist Motor der Wirtschaft
Der Ort Holzhau OT von Rechenberg-Bienenmühle im Osterzgebirge lebt vom Tourismus. Industrie und Landwirtschaft spielen keine Rolle. Der “sanfte” Tourismus lockt insbesondere Besucher aus Städten an. Es gibt keine langweiligen Betonburgen, sondern stilvoll in die Landschaft integrierte Bauten. Besuchern wird im Sommer und Winter vielfältiges geboten. Unberührte Natur erleben, sich in ausgedehnten Wald- und Wiesenlandschaften des oberen Tals der Freiberger Mulde entspannen, Wintersport treiben, Nordic-Walking, Inline-skates, geführte Wanderungen und Kremserfahrten. Entspannen und aktiv sein ist das Leitmotiv.
In diese Aufgaben haben Hotelies erfolgreich investiert wie z.B. das Hotel “Lindenhof” oder das Hotel “Talblick”.
Bau von 45 Windkraftanlagen auf tschechischem Gebiet
Firma SYNERGION Moldava und Firma Czech Wind Holding (gehört zur J&T-Gruppe), beide in Prag ansässig, haben geplant auf dem Erzgebirgskamm in der Nähe des tschechischen Dorfes Moldava 20 bzw. 25 Windkraftanlagen zu errichten. Die Windkraftanlagen werden mit drei MW, einer Nabenhöhe von 105 m und die Rotorendurchmesser mit 90 m je Anlage geplant.
Einer Richtlinie der Europäischen Union zufolge müssen in der EU 20 Prozent des Energiebedarfs bis 2020 mit erneuerbarer Energie gedeckt werden. Das sind außerordentlich gute Wachstumsperspektiven für Windturbinenhersteller, Betreiber und Finanzinvestoren. Dies haben auch die J&T Gruppe und die Schweizer J&T-Bank erkannt, wie aus einer Pressemitteilung der Bank vom 1.8.2008 hervorgeht.
Vehemente Proteste gegen geplante Windkraftanlagen
Die Bürgerbewegung “Gegenwind Holzhau”organisiert den Protest. “Wir erwarten negative Veränderungen an der Natur, für die Menschen und ihre Existenzgrundlagen“, so heißt es bei der Bürgerbewegung.
Mehr als 1000 Unterschriften wurden gegen die beiden Windparkprojekte gesammelt und mehrere Kundgebungen organisiert. Hingewiesen wurde durch die Bürgerbewegung auf die Birkhuhn-Population von 60 Tieren, geschützt durch NATURA 2000.
Auf der Webseite von “Gegenwind Holzhau“ sind Postkarten für den Protest an das tschechische Umweltministerium in Prag hinterlegt, die bis zum 13. Juli 2009 in Prag eintreffen müssen. Auch das Regierungspräsidium Chemnitz hat in Prag protestiert, da die tschechische Seite keine grenzüberschreitenden Umweltbelange in Gefahr sieht. Aus Sicht des Regierungspräsidiums sind diese aber in nachhaltiger Beeinträchtigung der Erzgebirgslandschaft und des Erholungswertes gegeben.
In den Landkreisen Mittelsachsen und Sächsische Schweiz liegen die Unterlagen noch bis 10. Juli öffentlich aus, um Bürgern Einwendungen zu ermöglichen.
Protest gegen Zerstörung der Natur und menschlicher Existenzgrundlagen ist zwingend notwendig. Ob aber die engagierten Proteste einer aufgebrachten ländlichen Bevölkerung über die Kraft von Banken und Finanzinvestoren siegen können, muss eher skeptisch beurteilt werden.










Sehr geehrter Leser,
Ihr Kommentar zu meinem Artikel verwundert mich.
Der Text im Artikel ” Holzhau: Windkraftanlagen bedrohen sanften Tourismus ” drückt klar und deutlich aus, dass die ländliche Bevölkerung sauer und aufgebracht ist, das die Schönheit des Erzgebirgskamms mit Windkraftanlagen verschandelt wird.
Im Artikel werden die Initiativen der Bürgerbewegung gegen die Windkraftanlagen hervorgehoben. Das hier nur Dumme wohnen ist Ihre Vermutung die sich aber im Artikel nicht widerspiegelt.
Einzig die Erfolgsaussichten der Bürgerbewegung sehe ich als Autor eher skeptisch.
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