Streit um Brennrechte für Bärwurz
Die bayrischen Bärwurzereien reklamieren, sie wollen die Brennrechte für den Bärwurz-Schnaps ausschließlich für Bayern. Gerhard Schmatz der Geschäftsführer der Schloßkellerei Ramelsberg im niederbayrischen Schönberg ist Sprecher dieser Initiative. Dem sächsischen Produzenten wird vorgeworfen ausschließlich von Marketingmaßnahmen bayrischer Produzenten zu profitieren und auf einen fahrenden Zug aufgesprungen zu sein.
Bärwurz – Schnaps soll ein bayrisches Produkt werden
Das Ausgangsprodukt für den Bärwurz-Schnaps ist die Barwurz-Pflanze. Ein Doldengewächs, das an Berghängen gedeiht, und als Hausmittel allerlei körperliche Beschwerden lindert. Bei mehreren bayrischen Herstellern sorgt der Bärwurz aber jetzt für Magendrücken. 1915 gründete Karl Eckert in Deggendorf die erste Bärwurzerei. Ein Hersteller aus dem vogtländischen Zwota liefert über große Ladenketten jetzt auch nach Bayern und auch in Baden-Württemberg haben sich Brennereien etabliert, die Bärwurz-Schnaps brennen.
Gerhard Schmatz, Geschäftsführer der Schlosskellerei Ramelsberg Schönerg, sagte der                      Passauer Neuen Presse am 28. Juli: “Dabei haben wir ihn erfunden und als Erste gebrannt“.
Bei einem Besuch des Wirtschaftsministers Karl-Theodor zu Guttenberg wurde regionaler Schutz für die Bärwurzereien im Bayrischen Wald eingefordert. Der Marketingdirektor Lothar Wolf Brennerei Ramelsberg sagte dem BR-Moderator Rüdiger Nowak von BR-Online “Wir haben diese Produkte” – gemeint sind Bärwurz- und Blutwurzschnaps – “beim Verbraucher publik gemacht” und. “Jetzt kommen die Sachsen daher und wollen auf einen fahrenden Zug aufspringen.”
Bärwurz-Meinel Zwota
Seit 15 Jahren wird in vogtländischen Zwota (Sachsen) Bärwurz-Schnaps nach einem überlieferten Rezept gebrannt. Im Herstellungsverfahren wird auf das Sud-und Destillationsverfahren der Bärwurzwurzel verzichtet. Die Inhaltsstoffe werden der Wurzel ohne Erhitzen schonend entzogen. Hergestellt werden zwei Sorten Bärwurz-Schnaps mit Kandiszucker und in purer Form. Das patentierte Markenzeichen für den Bärwurz aus Zwota ist die Wurzel in der Flasche.
Im Vertrieb der scharfprozentigen Produkte ging und geht man hier eigene Wege. Der Verkauf erfolgt über den Landgasthof Zwota, einen eigenen Online-Shop, Getränkegroßhändler und den Verkauf an Ladenketten. Diese haben den Verkauf bis nach Oberfranken forciert.
Durch die bayrische Initiative hat auch Mario Meinel, Chef vom Bärwurz-Meinel Zwota, sich nach Unterstützung in der sächsischen Politik umgeschaut und sie im CDU-Landtagsabgeordneten Jürgen Petzold gefunden. Optimistisch geht er von einer einvernehmlichen Lösung aus.
Fazit
Nicht immer wenn Konkurrenten im selben Teich fischen und größere Fische fangen, kann man nach dem Helfer aus der Politik rufen. Die den bösen Buben dann ihre großen Fische abnehmen und sie vom weiteren Fischen ausschließen.
Noch immer ist das wichtigste Regularium der Wirtschaft die Marktwirtschaft. Über Angebot und Nachfrage kann jedes Unternehmen selbst über seinen Erfolg entscheiden. Wenn das auch, durch häufiges Rufen nach Aussetzung dieser Regel wie z.B. bei Schaeffler, Karstadt und Quelle, aus der Mode zu kommen scheint.










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