Erneut Gespräche wegen Griechenland-Krise
Bei einem unangekündigten Treffen der Euro-Kommission in Luxemburg standen erneut die Finanzhilfen für Griechenland zur Debatte. Entgegen anderslautenden Berichten des Spiegel Online ist aber eine Umschuldung oder gar der Austritt aus der Währungszone keine Option.
Die Finanzminister der Eurokernländer trafen sich in der Nacht zum 07.05.2011 in Luxemburg, um über die Situation Griechenlands zu beraten. Auch der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Jean-Claude Trichet sowie EU-Währungskommissar Olli Rehn nahmen an der Sitzung teil.
Der Chef der Eurogruppe, Luxemburgs Finanzminister Jean-Claude Juncker, hält weder den Austritt Griechenlands aus der Eurozone für sinnvoll noch eine Umschuldung. Durch eine Umschuldung würden im übrigen Griechenlands Gläubiger einen Teil ihrer Forderungen verlieren.
Juncker empfiehlt den Finanzministern bei einem Treffen Mitte Mai, über die Anpassung des Sanierungsprogramms nachzudenken. Die Finanzminister äußerten bei den Gesprächen Zweifel darüber, ob Griechenland seinen Verpflichtungen zum Abbau der Schulden nachkommen kann. Auf der Grundlage dieser Vereinbarungen hatte die Europäische Union und der internationale Währungsfonds (IWF) letztes Jahr finanzielle Hilfen in Höhe von 110 Milliarden Euro für Griechenland bereitgestellt. Die Hälfte davon wurde schon gezahlt.
Inzwischen sind Griechenlands Schulden auf 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gestiegen und die griechische Konjunktur leidet unter einer starken Rezession. IWF-Experten bezweifeln daher, dass Griechenland die Auflagen erfüllen kann, um den nächsten Teilbetrag des Kredits zu erhalten. Griechische Zeitungen meldeten, dass bei dem Treffen der EU-Kommission überlegt wurde, die Fristen für die Haushaltssanierung um zwei bis vier Jahre zu verlängern. Außerdem sollen in Kürze fällige Staatsanleihen im Wert von 65 Milliarden Euro prolongiert werden. Griechenland wird zunehmend kritisiert, weil die Sparmaßnahmen nicht zügig durchgeführt werden. Besondere Mankos gebe es bei Privatisierungen und Steuereintreibungen.
Wegen der Spekulationen um einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion gab der Eurokurs um eineinhalb Cent nach.








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