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Schlechte Beratung wird bestraft

28. May 2011 [ Kein Kommentar ]

Letztes Jahr wurden die Vorschriften für Anlageberater neu geregelt. Beratungsprotokolle wurden Pflicht und die Banken haften bei Verlusten durch mangelhafte Beratung.

Sechs Banken droht nun wegen fehlerhafter Kundenberatung ein Bußgeldverfahren. Die Finanzaufsicht BaFin hat entsprechende Schritte eingeleitet. Wegen fehlender oder unvollständiger Beratungsprotokolle droht den Geldinstituten jeweils ein Bußgeld von maximal 50.000 Euro. Den Imageschaden gibt es gratis mit dazu.

Der BaFin-Sprecher Ben Fischer erklärte gegenüber dem „Handelsblatt“, dass die betreffenden Fälle durch Beschwerden von Bankkunden und durch selbst ausgewertete Prüfungsberichte der Kreditinstitute ans Tageslicht kamen. Wann das Prüfungsverfahren abgeschlossen sein wird, konnte Fischer noch nicht sagen. Die betroffenen Kreditinstitute können zunächst zu den Vorwürfen Stellung nehmen.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband hatte bereits im April die schlechte Beratungstätigkeit der Banken beanstandet. Bankkunden würden häufig einfach falsch beraten und erhielten nicht die notwendigen Informationen zu den angebotenen Finanzprodukten. In Zukunft wollen die Verbraucherschützer deshalb mit unlauteren Vertriebsmethoden, unproduktiven Geldanlagen und Wettbewerbsbehinderungen schärfer ins Gericht gehen.

Finanzexperten stellen den Bankberatern auch ein eher mittelmäßiges Zeugnis aus. Die Kundenberatung für Anlageprodukte ist immer noch schlecht. Daran haben auch die neuen Regeln wenig geändert. Banken sehen die geforderte Transparenz noch nicht als Wettbewerbsfaktor. Dabei könnten Offenheit und Ehrlichkeit die Kaufentscheidung durchaus beeinflussen, meinen Experten.

Ein grundlegendes Problem ist auch, dass Bankberater in der Regel eine Provision für jedes verkaufte Anlageprodukt erhalten. Damit ist der Geschäftsabschluss wichtiger als die optimale Beratung des Anlegers. Eine mögliche Lösung könnten hier Beratungshonorare sein. Der Bankberater erhält eine Vergütung für seine Beratungstätigkeit und nicht für die Umsatzsteigerung. Leider haben sich entsprechende Ausgangspunkte für solch ein Modell bis jetzt nicht durchsetzen können. Bankkunden scheuen noch weitere Kosten, auch wenn sie sich letztendlich wahrscheinlich auszahlen.

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Autor/in: Angelika Lensen Quelle: dpa Abo: RSS-Feed | Mehr...



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